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Warnemünde

Das lebhafteste Ostseebad Mecklenburg-Vorpommerns mit Hotels und Pensionen zieht sich drei km entlang am Strand bis zur bewaldeten Steilküste im Westen. Im Jahr 1323 war Warnemünde noch ein kleines Fischerdorf, doch der breite, feine und weiße Strand machte das Dorf dann im vergangenen Jahrhundert zu einem mondänen Badeort. An der Seepromenade finden wir das Kurhaus im Bauhausstil und das Herz des Ortes, den Yachthafen 'Alter Strom'. Die kleinen Fischer- und Kapitänshäuser am Alten Strom, die prächtigen Villen an der Strandpromenade, der 100jährige Leuchtturm am Fuße der Westmole gehören heute ebenso zu Warnemünde, wie der Geruch von frisch geräuchertem Aal. Vom Alten und vom Neuen Strom starten Schiffe zu Hafen-, Angel-, Tauch- und Seefahrten.

Ozeandampfer Kaiser Wilhelm II
Ozeandampfer Kaiser Wilhelm II

In früheren Zeiten legten hier die Riesen der Ozeane zu ihren tagelangen Überseefahrten ab. Reisende kamen mit der Bahn direkt zum Passagierkai und beförderten ihre großen Überseekoffer die Gangway hinauf, um dann an der Reling ihren zurückbleibenden Angehörigen zuzuwinken.

Heute liegt unmittelbar am Warnermünder Passagierkai mit Blick auf vorbeifahrende Fähren und Frachtschiffe der Baltic Point. Im Sommer legen an diesem reizvollen Platz immer wieder mehr als 60 Kreuzfahrtschiffe an. Dann ist der Baltic Point die erste Anlaufstelle für die Passagiere dieser Schiffe sowie für die Besucher, die diese Riesen betrachten wollen.

Anfang des 20. Jahrhunderts legten aber nicht nur die 'Riesen der Ozeane' am Alten Strom an. Auch kleinere Seeschiffe kreuzten über die Ostsee: Die sogenannten 'Ostseedampfer' und die 'Salonschnelldampfer'. Die Ostseedampfer waren für das Überqueren der Ostsee konzipiert. Die Salonschnelldampfer waren doch eher für einen Ausflug zwischen den Bädern der deutschen Ostseeküste vorgesehen. In vielen Fällen konnte man sie am bunten Wimpelschmuck erkennen.

Salonschnelldampfer 'Nixe'
Salonschnelldampfer 'Nixe'
Salonschnelldampfer 'Freia'
Salonschnelldampfer 'Freia'
Osteedampfer 'Frigga'
Osteedampfer 'Frigga'

Nicht seefeste Ausflugsgäste ereilte (damals wie heute) des öfteren die Seekrankheit:



Die Seekrankheit ist eine zwar ungefährliche, aber recht lästige Krankheit, die durch Blutleere im Gehirn, hervorgerufen durch die starken Schwankungen des Schiffes bei heftigem Seegang, entsteht. Blutarme Personen neigen eher dazu, doch läßt sich vorher nicht sagen, wer verschont bleibt und wer nicht. Sichere Mittel gegen die Seekrankheit gibt es nicht. Es ist weder gut, vor der Seereise übermäßig viel zu essen, noch mit leerem Magen zu fahren. Am besten ist es, wenn man sich mittschiffs auf Deck aufhält, sich wenn möglich in einen der Liegestühle, die überall an Bord sind, legt und nicht auf den Seegang und die Schiffsbewegung achtet, sondern an den Himmel sieht. In schweren Fällen muß der Körper waagerecht liegen, der Kopf tiefer gelegt werden und heiße Stirnkompressen gemacht werden; wenn irgend möglich, soll der Kranke trotz des Unbehagens essen.



Heutzutage sieht man das zunächst etwas lockerer. Eine Angeltour mit Freunden auf einem der kleinen Fischkutter ist in jedem Fall zu empfehlen. Am Passagierkai in Warnemünde geht es los. Nicht zu vergessen: Kühltasche, Messer, Fleischklopfer (für den Fischkopf) und Plastiktüten, ein Fässchen Bier sowie einen warmen Pullover (Mietangel ist an Bord). Von einer 3-6 stündige Tour 'auf Dorsch' werden Sie Ihren Kindern noch lange erzählen können. Wenn sich der Geruch des Schiffsdiesel mit dem Fahrtwind mischt, der Wellenschlag höher und spritziger wird, eine Quersee nach der anderen einen bei steifer Briese den Mittelpunkt des Schiffes suchen lässt und den Fischen nicht nur das Senkblei gegeben wird, dann wird die Fahrt erst richtig zum unvergesslichen Erlebnis...



Für die nicht ganz so Seefesten laden ein Spaßbad, Tennisplätze und ein Radverleih in Warnemünde zur aktiven Erholung ein, eine Bibliothek lässt auch den mehr geruhsamen Gast Entspannung finden. Am Tage locken gemütliche Cafés und Restaurants, am Abend urige Kneipen, wo fangfrischer Fisch auf den Teller kommt.

Urlaub wie zu Kaisers Zeiten

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