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Entwicklung als Badeort

Pension in der Poststraße
Pension in der Poststraße

Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Entwicklung von Kühlungsborn als Badeort. Einem gewissen Herrn Wittholz aus Fulgen war das mondäne Treiben der Badegäste im benachbarten Heiligendamm ein Dorn im Auge. Nicht, daß er dies nicht mochte, er war schlichtweg einfach nur neidisch. Um selbst an diesem lukrativen Geschäft teilzuhaben, gründete er in Fulgen ein Logierhaus für rund 70 Gäste und weihte dies im Jahre 1857 ein. 
Der Anfang war gemacht, die Badegäste konnten kommen.

Kleines Hotel in der Poststraße
Kleines Hotel in der Poststraße

Der Beginn des Badebetriebes, der sich also zunächst im benachbarten Heiligendamm entwickelte, weitete sich sodann auch auf die anderen Orte Brunshaupten und Arendsee aus. 
Eine rege Bautätigkeit begann. Viele der sich damals von Fischerei und Feldarbeit ernährenden Knechte und Hilfskräfte verdingten sich als Bauarbeiter und halfen beim Aufbau von Pensionen. 
Der erste namentlich und urkundlich erwähnte VIP-Badegast in Brunshaupten war im Jahre 1880 der Herr Rechnungsrat Eingrieber, ihm zu Ehren ist noch heute ein Weg im Stadtwald benannt.

Pension Bismarck
Pension Bismarck

Nach und nach kamen so immer mehr Gäste in die benachbarten Orte von Fulgen, Brunshaupten und Arendsee. Dort wurde zu dieser Zeit durch Pastor Niemann, den Kantor Lohff und durch den Tischler Bünger der erste ortsansässige Badeverein gegründet. 
Zu dieser Zeit wurde auch durch den Rostocker Korbmacher Wilhelm Bartelmann 1882 der Strandkorb erfunden, der nach und nach den bis dahin verwendeten 'Badewagen' ablöste. Ein Exemplar dieses Unikums steht heute noch im Heimatmuseum von 
Rerik
In der Folge wurde dann im Jahre 1881 erstmals durch die Presse über Brunshaupten als Badeort berichtet.

Waldhotel
Waldhotel

Wurden die Gäste anfänglich noch in den Wohn- und Bauernhäusern der ansässigen Bevölkerung untergebracht und verpflegt, entstanden um die Jahrhundertwende die ersten Hotels im Bülowweg und in der Poststraße. 
Im Jahre 1895 wurde dann zwischen Brunshaupten und Kröpelin eine feste Straße gebaut. Die Besucherzahlen fingen nun an, sprunghaft zu steigen. Man reiste damals mit der Bahn bis Kröpelin um dann mit der Kutsche quer durch die Kühlung nach Brunshaupten, um an das Meer zu gelangen.

Hotel Waldkrone
Hotel Waldkrone

Um die Jahrhundertwende dann, als neben privaten Pensionen aufgrund der Vielzahl der Besucher die ersten Hotels entstanden, erlebten diese Orte einen großen Aufschwung und die Einnahmen hieraus wurden zur entscheidenden Einnahmequelle der Bevölkerung. 
In der Poststraße und in der Ostseeallee (der frühere Bülowweg) entstanden klassische Jugendstilvillen, die zum Anziehungspunkt für viele Sommergäste wurden.



Hotel Seerose
Hotel Seerose

Mehr und mehr Hotels und Pensionen entstanden für die immer zahlreicher werdenden Gäste der Orte Brunshaupten und Arendsee. Fulgen war zu diesem Zeitpunkt bereits eingemeindet.
Im Jahre 1913 hielten sich nach einer Statistik fast die Hälfte aller Besucher der mecklenburgischen Bäder in Arendsee und Brunshaupten auf. Die Hotellerie boomten und brachte mehr und mehr Bauten hervor. Man legte dabei immer Wert auf den klassischen Jugendstil mit seinen baulichen Spielereien.

Pension Kreins
Pension Kreins

Im Jahre 1920 war es dann soweit: Dem Ort Arendsee wurde die Bezeichnung Ostseebad zuerkannt. Im Jahre 1930 kam dann auch Brunshaupten zu dieser Ehre. Auch durch die Neubauten von Hotels entlang der Strandpromenade wuchsen die Orte immer mehr zusammen. 
Der Zusammenschluß von Brunshaupten und Arendsee zu Kühlungsborn im Jahre 1938 war der vorläufige Höhepunkt der Entwicklung der ehemals drei Gemeinden

Hotel Fürstenhof
Hotel Fürstenhof

Viele der Ende des 19. Jahrhundert entstandenen Hotelvillen können noch heute in Kühlungsborn in ihrer ursprünglichen Bauform bewundert werden. So findet man z.B. das Hotel Fürstenhof in der Ostseeallee, dem ehemaligen Bülowweg, in neuer Pracht unter Beibehaltung der gesamten alten Bausubstanz vor. 
Will man heute die ganze Schönheit der restaurierten Bauten bewundern, macht man am Besten einen Spaziergang durch die Poststraße, die Ostseeallee oder die Hermannstraße. Natürlich kann man auch einfach in unserem Film-Archiv oder in unserem 
Foto-Archiv die Bauten bewundern.

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